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Geschrieben von existence am 15.06.2010 um 20:56:

  Medikamente bei BPS

Hallo zusammen,

hat jemand Erfahrungen mit Medikamenten bei einer BPS?
Eigentlich bin ich ja gegen eine dauerhafte Medikation, aber ich halt´s echt nicht mehr aus. Ständig unter Strom einerseits, innere Leere andererseits, wirre Gefühlsschwankungen, keine Impulskontrolle, alles oder nichts - Denken, Gedankenkino generell,... etc pp. die Liste ist endlos und das rund um die Uhr.
Klar, dass Medikamente bei jedem anders wirken, aber es ist besser, doch irgendwo einen kleinen Anhaltspunkt zu haben. Es gibt so viel Zeug, will mich da ungern durchfuttern, um das Richtige zu finden.
Danke!



Geschrieben von berg am 15.06.2010 um 21:11:

 

Hallo exisence,
bei BPS wird oft als AD Citalopram verwendet und für den oberen cutoff wird wg. des Valproinsäurespiegels Ergenyl chrono verschrieben.
Diese Kombination wirkt oft recht gut.



Geschrieben von Spiegelkind am 14.07.2010 um 06:18:

 

Deine Aussage ist nicht richtig berg.

existence,
DIE Medikamente gegen Borderline gibt es nicht..

man kann höchstens versuchen die einzelnen Symptome zu bekämpfen..und selbst da würd ich dir empfehlen nur die Wichtigsten behandeln zu wollen,da du sonst n ganzen Haufen Medis nehmen müsstest.

Ich erklär dir mal die wichtigsten Sachen..

Antidepressiva-hellen die Stimmung auf und sollen gegen Depressionen helfen.Bei Borderline jedoch können sie nur die depressiven Phasen abschwächen.

Neuroleptika-sind dämpfend und beruhigend..helfen gegen psychotische Symptome..es gibt verschieden starke Wirkstoffgruppen..

Bezodiazepine-stark sedierend und müde machend.machen süchtig..werden nur als Bedarfsmedikament für den Notfall verordnet

Antipsychotika gibts noch-halt gegens Stimmen höre usw.

Schlafmittel-man schläft schnell ein..hat aber meist Halluziationen als Nebenwirkung und die wirkung hängt am nächsten Tag nach

Anti-Epelepsie-Medikamente-werden zur Stimmungsregulierung eingesetzt..also dafür,das du nicht mehr so schwankend bist,sondern die Spitzen gekippt werden..

..ich glaub das waren die Wichtigsten..auf jeden Fall muss man Geduld haben und man muss viel ausprobieren bis man das richtige findet..
und auf jeden Fall nimmt man bei den meisten Medis zu..

ich bekomm z.B.n Neuroleptika als DepotSpritze(Wirkstoff wird über längeren Zeitraum im Körper verteilt) und bei mir nimmts nur die Spitzen der Extreme..
aber ich hab alle Symptome trotzdem,auch extrem..aber nicht mehr stark extrem..

hoffe ich konnt dir helfen..

spiegelkind



Geschrieben von Kaamos am 21.07.2010 um 03:03:

 

Hi!

Ich wollte noch kurz zu der Liste von Spiegelkind den Wirkstoff Naltrexon anmerken, der gegen SVV, Dissos (u. mittlerweile vielleicht auch bei Alkoholabhängigkeit) eingesetzt werden kann.
Ich wollte am Donnerstag mit meinem Psychiater mal über diese Form der Medikation reden.


Lg,
Kaamos



Geschrieben von Entgleisung am 02.11.2010 um 19:40:

 

Trevilor/Venlafaxin hilft gegen Angstzustände und hellt etwas die Stimmung auf...



Geschrieben von existence am 02.11.2010 um 20:06:

 

Danke erstmal für Eure Antworten.
Citalopram kann ich leider nicht empfehlen. Zumindest mir hat es nicht geholfen.
Habe dann Truxal bekommen, zum Schlafen war's gut, aber sonst hab ich davon auch nicht viel gemerkt.
Derzeit bin ich auf Trimipramin, was ebenfalls zum Schlafen gut ist, aber es hellt die Stimmung null auf.
Komme also ums Durchfuttern doch nicht herum.. Donnerstag geht's wieder zum Neurologen, mal sehen, wie es dann wird.

Benzos hab ich ne Zeitlang auch mal extrem gefuttert, bekomme die aber aus diversen Gründen nicht mehr... Schade eigentlich.



Geschrieben von existence am 04.11.2010 um 21:33:

 

So, Termin beim Neurologen gehabt und einfach mal frei, offen und ehrlich erzählt, wie es mir momentan geht. Seufz.
Ich bekomme nun vier Wochen lang jede Woche eine Spritze (Imap), bis ich hoffentlich aus dem Gröbsten raus bin. Hat jemand Erfahrung damit? Oder mit Fluspi?
Dauermedikation wurde erneut umgestellt und zwar auf Sertralin (besser bekannt unter dem Handelsnamen Zoloft).
Werde bei Gelegenheit berichten, ob ich diese Medikamente weiterempfehlen würde.



Geschrieben von Spiegelkind am 04.11.2010 um 22:04:

 

Hi..

das is das was ich als DepotSpritze bekomme..

Fuspi/Imap.. ich bekomms als Dauermedikation.. einmal die Woche..und mittlerweile spritz ichs mir selbst..

N Wunder is es nicht.. Hab momentan trotzdem ne Krise..hoffe es hilft dir.

Zoloft hatte ich auch mal..hat mich zugedröhnt,aber mehr auch nicht..

viel erfolg,
Spiegelkind



Geschrieben von Kreative am 06.11.2010 um 23:17:

 

Also ich habe in den letzten 10 Jahren eingenommen: FLuctin, Citalopram, Setralin, Doxepin, zur Zeit nur noch Trevilor. Keins davon wirkte Wunder. Dennoch merke ich - wenn ich wen iger als 225mg Trevilor nehme, werd ich trauriger. Schade, auf Tremor und HErzflattern würde ich gern verzichten. Ja: Benzos. Kann ich höchstens 2x im Monat nehmen. Bei Schlafstörungen oder spontaner Verzweiflung. Das Zeug hat ja einen beängstigend rasanten GEwöhnungseffekt.
Ich bin kein Anhänger davon, aber: Hast du es mal mit Homöopathie versucht? Den Versuch wäre es evtl. wert. Ich hab mir mal Neurexan oder so gekauft. Gegen nervöse Unruhe. Und hatte das GEfühl davon Schüttelfrost zu kriegen, hab's dann verschenkt. Aber immerhin: irgendwas scheint das ja in Bewegung gebracht zu haben. Und ich glaube absolut nicht dran.
Die Halluzinationen bei Schlafmitteln finde ich auch sehr unangenehm.
Naja, ansonsten hab ich die Pillensuche gegen BPS (oder bei, wie man will) ziemlich aufgegeben. Das war irgendwie zu verwirrend.
Bin dann von BPS auf Bi-polar gekommen (Rapid Cycling) und da hieß es dann, dass diese mit ADs erst recht "wahnsinnig" wurden.



Geschrieben von Kreative am 07.11.2010 um 22:02:

 

Ganz vergessen: zu Neuroleptika kann ich negativen Erfahrungsbericht liefern: Vor 2 Wochen habe ich es mit aminsulprid probiert.

Ich habe mich in diesen Tagen als merkwürdig neutralisiert empfunden und auch meine Texte, Mails etc unterschieden sich stark von den sonstigen.

Auch wenn man Neuroleptika nicht alle über einen Kamm scheren kann - mir machen sie Angst und ich würde darauf nur im absoluten Notfall wieder zurückgreifen.
Trotzdem würde ich mir FÜR sie als Medikament bei BPS aussprechen.
Eine Freundin von mir, der ich eindeutig BPS oder APS (Aggressive Persönlichkeitsstörung) zuordnen würde, war mal sehr begeistert von Stangyl. Sie nahm ab, schlief und fühlte sich gut. Ich freute mich zwar für sie, hatte aber große Mühe mich an ihre neue Schweigsamkeit zu gewöhnen. Sie setzte es dann nur ab, weil ihre Augen morgens immer verklebter waren. Offenbar eine Nebenwirkung des Mittels.

In der klinik wurde es bei BPS-Patienten eingesetzt, die damit weitestgehend zufrieden waren. Den Versuch ist es wert, denke ich.



Geschrieben von LonelyIsland am 25.12.2010 um 00:49:

 

Hey Sorry aber ich hab mich intensiv mit dem Thema befasst.
Wusstet ihr das 70% der Suizidgefährdeten in der Army vor ihrem Selbstmord mit Antidepressiva behandelt wurden?
Kaum hatten sie das Zeug hatten sie plötzlich wieder die Kraft sich aufzuhängen... komisch oder?
Macht klassische Therapien der Rest ist ein Spiel mit dem Feuer, ein bisweilen tödliches!

Ich nehme mal an das ihr alle und auch ich nicht wirklich bock drauf habt, dass sich eure Fähigkeiten es "zu schaffen" erhöhen oder?


P.S. Wer Referenzen will kann welche haben. Das ist nicht nur "hab ich mal gehört" oder ähnliches.



Geschrieben von olivier_s am 25.12.2010 um 01:17:

 

wie waere es wenn du dazu mal genauere uellen nennen wuerdest. sieht ja fast so aus, als ob die medis dann erst die kraft dazu geben, was ich als etwas abstrus empfinde.



Geschrieben von Ice am 25.12.2010 um 09:04:

 

ich hab zwar keine bp, aber ich denke (auch), dass ein ssri helfen könnte. unter den neuroleptika könnte z.b. seroquel hilfreich sein. es scheint bei mir ganz klar spitzen nach unten zu unterbinden (allerdings auch spitzen nach oben).



Geschrieben von T1988 am 25.12.2010 um 09:15:

 

Ich habe BPS und leider half mir nichts bisher,daher versuche ich es ohne zuschaffen leider. Wünschte Helfen zukönnen aber entweder ich reagier allergisch drauf oder merke gar nichts davon von den medis die bei mir probiert wurden.



Geschrieben von LonelyIsland am 25.12.2010 um 12:17:

 

"Nearly 40% of Army suicides in 2006 and 2007 were taking psychotropic drugs like Zoloft and Prozac for depression and PTSD."

http://ptsdcombat.blogspot.com/2008/09/oefoif-veteran-suicide-toll-15-of.html

http://www.ices.on.ca/webpage.cfm?site_id=1&org_id=117&morg_id=0&gsec_id=3086&item_id=3550&utility_link_id=3086

Auf Deutsch:
http://www.derwesten.de/leben/gesundheit/Selbstmord-durch-Antidepressiva-verursacht-id91284.html


Gut zugegeben man findet auch Quellen in denen das wiederlegt wird.
Aber wenn man bedenkt das die meisten Studien von der Pharmalobby finaziert werden...



Geschrieben von xyz am 25.12.2010 um 13:06:

 

Mal abgesehen davon, dass es nicht unbedingt in den Thread passt...
Zumindest bei meinem Antidepressivum steht es im Beipackzettel und meine Psychiaterin hatte mich auch darauf hingewiesen Augenzwinkern



Geschrieben von olivier_s am 25.12.2010 um 20:32:

 

na gut. da spielt dann auch das amerikanische gesundheitssystem mit. und was davon zu halten ist..... aehnlich duerfte es wohl auch bei der versorgung von veteranen aussehen.
waere dann malinteressant, wie eine demenstprechende statistik innerhalb europas aussehen wuerde, bzw. einem anderem land ausserhalb der usa. von daher gebe ich nicht viel auf diese untersuchung.



Geschrieben von Entgleisung am 30.12.2010 um 19:35:

 

Kommt vor dass ADs als Nebenwirkung Depressionen und SM Gedanken haben, bei manchen führen sie sogar so akuten Suizidversuchen.
Ist halt ne Gradwanderung, kein Wunder wenn man an der ganzen Chose rumfuchtelt.

Stangyl hatte ich mal als Tropfen inner Klapsmühle aber das hat mir nur gebracht, dass ich schnell eingepennt bin.

Citalopram hat mir nix gebracht, Johanniskraut schon mal gar nicht.

Perverserweise schlaf ich scnell ein wenn ich mir ne Ibuprofen klebe aber das ist ungut und zum Glück komm ich da nicht ran.
Nen Kollege von mir ist Krankenpfleger und glaub abhängig davon.
Außerdem sauf ich zu viel für Ibuprofen das ist mega gefährlich hab hich jedenfalls gelesen.
Benzos hab ich noch nie genommen werde ich auch nicht wegen der hohen Suchtgefahr.
Ich glaub ich hab von meinem Opa diese Suchtanfälligkeit geerbt der war damals auf Tabletten ( was weiss ich alles für Zeugs ) und hat den ganzen Scheiss schön mit Alk gegossen sodass die Gülle gut am Blühen war.
Im Prinzip hab ich das jetzt auhc schon hinter mir. 2 Jahre Trevilor und dazu Alkohol.
Mittlerweile hilft es mir nicht mehr, es nimmt mir zwar Angst, aber Antrieb, den ich brauche, bringt mir das nicht.

Irgendwann hatte ich mal ne Zeit lang Cymbalta das hat mir aber auch nix gebracht.

Zu der Imap Spritze meinte mein alter Herr der Arzt ist man bekäme Nebenwirkungen wie Lähmungen oder Muskelprobleme, das will ich mir dann doch ersparen.



Geschrieben von Schenja am 20.02.2011 um 20:07:

 

Ich denke, es ist schön,dass hier soviele Medikamente genannt werden, aber man sollte dennoch so wenig wie möglich nehmen.
Klassiker ist meist Citalopram und aufjedenfall Seroquel, wobei man bei letzteren aufpassen sollte, dass man davon nicht allzu müde wird.
Sollte man bei Seroquel als einzigen Effekt Müdigkeit verspüren, ist es definitiv nicht der richtige Weg.



Geschrieben von Entgleisung am 20.02.2011 um 22:14:

 

Medikamente helfen auch nur als Starthilfe...glaub ich...
mir helfen sie momentan nur gegen Angst.
Hab grad Citalopram und Opipramol, nehme das o 3 mal täglich und das c 2 mal.
bessere laune hab ich noch nicht, unruhe und angst sind teilweise weg.
medikamente können keinen willen pflanzen, und kognitive arbeit nicht ersetzen...zB sich so zu akzeptieren und zu mögen wie man ist.
das kann ich momentan wieder mal gar nicht. meine vergangenheit holt mich ein.


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